Tour vom 09.06.02

Berichte und Leidensgeschichten unserer Touren

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Jens

Tour vom 09.06.02

Beitragvon Jens » Fr Mär 28, 2003 19:46

Tour vom 09.06.02

Am 09.06. war es mal wieder soweit, die berüchtigte Sonntagsrunde der RG- Kiel fand pünktlich ab 10.00 Uhr an der Kieler Bresthalle eine Fortsetzung. Da sich dieser Marter-Treff neben der traditionellen Mittwochsquälerei voll etabliert hat, werden wir von der RG-Kiel auch diese Tour in unser sportliches Angebot auf unbestimmte Zeit aufnehmen. Niemand wird also gezwungen, am Sonntag auszuschlafen und sich nicht bei Wind und Wetter auf sein MTB zu schwingen und sein Material über die Trails der Kieler Umgebung zu treten.

Teilnehmer waren diesmal André, Dennis, Felix, Gerrit, Pierre und ich (Jens). Schon gleich zu Beginn gab es viel neues Material zu bestaunen. Gerrit war nach seinem schweren Sturz vom letzten Mittwoch mit neuem Helm (O-Ton: Sicher ist Sicher) und neuem Sattel erschienen. Doch stahlen Pierre und Dennis, beide auf neuen Rädern, ihm glatt die Show. Pierre ist nunmehr auf einem Hardtail in Alu natur mit vorwiegend schwarzen Anbauteilen unterwegs (wirkt sehr edel). Dennis, der noch etwas tiefer in Tasche gegriffen hat, bewegt nun ein grünes Fully von Diamond Back mit XT/ XTR Ausstattung (auch sehr vornehm).

Angesichts dieser Materialoffensive, der Tatsache, dass Herr Schumacher seinen roten Flitzer erst um 19.00 Uhr unserer Zeit starten wollte und dem auf der Förde stattfindenden Volvo Ocean Race, wählten wir die Trails der Steilküste als Tourroute aus.

Es ging zunächst über den Westring, durch die Gärten in Projensdorf, ins dortige Gehölz, den Seitenweg zur Hochbrücke hinauf und schließlich den Fördewanderweg entlang. Hier und da, immer dort, wo es sich anbot, wurde ein kleiner Schlenker über zahlreiche kleine Trails eingelegt.

Nach einiger Zeit erreichten wir Strande mit seiner überlaufenden Strandpromenade und die total überfüllte Förde. Angesichts der vielen Schiffe und Boote hätte man wahrscheinlich ohne größere Schwierigkeiten die Förde trockenen Fußes überqueren können. Alle waren sich einig, dass es heute keine Rennen auf der Promenade geben sollte, um niemanden zu gefährden. Es wurde folglich gemächlich auf den Leuchtturm von Bülk zugerollt, auch schon deswegen, weil ich unterwegs beschlossen hatte, solange an der Steilküste zufahren bis es definitiv keine Trails mehr gibt, wir also noch ein paar Meter vor uns hatten und es somit sinnvoll erschien, sich die Kräfte einzuteilen. Leider gibt es aber immer ein paar Zeitgenossen, die beim Anblick von Radfahrern einfach nicht anders können, als aus voller Brust zu pöbeln. Wirklich schade!

Hinter Bülk ging es dann direkt auf die Steilküstentrails. Es ist immer wieder der pure Wahnsinn, diese Wege mit ihrem harten und traktionsreichen Untergrund entlang zu biken. Die Gruppe riss allerdings bald auseinander, so dass die Führenden hin und wieder Gelegenheit hatten, ein wenig Luft zuholen, denn wir fahren schließlich zusammen und nicht gegeneinander. Auch alle anderen nicht in Trikots gekleideten und mit Mountainbikes ausgestatteten Personen zeigten sich erstaunlich kooperativ und wir konnten sogar anerkennende Blicke ernten.

Dann aber kam ein Feld mit Getreide und anschließend noch eins mit Raps. Diese setzten unseren Berufsallergikern (André, Felix und mir) ziemlich übel zu. In dem Wald, welcher sich an die Trail neben den Feldern anschließt, machten wir kurz Pause, weil meine Nase grundlos zu bluten anfing. Als das Geschniefe und Geschnupfe allerdings überhand nahm und ich mittels eines Taschentuchs eine praktikable Lösung für meine Nase erarbeitet hatte, fuhren wir weiter. Die Trails wurden immer enger und wurzeliger, unser Tempo stieg aber zusehends. Der Trail endete nach einer super engen Rechtskurve mitten am Strand an einer Eisbude. Was nun folgte wird wohl klar sein. André und ich kühlten noch unsere vom Raps gezeichneten Beine in der See, wobei André im Gegensatz zu mir ein Vollbad bevorzugte.

Nach dieser Unterbrechung ging es nun weiter bis nach Surendorf dem Ende aller Trails. Hier wählten wir für die nächsten Kilometer die Straße und fuhren Richtung Strande. Nach ca. 5 oder 6 Kilometern kamen Felix und ich auf die Idee, statt an der Straße lieber noch mal über die Trails der Steilküste zudüsen. Da alle anderen ebenfalls der Meinung waren, noch genügend Körner in den Beinen zuhaben, ging es den nächst besten Feldweg zurück an die See rein. Und wieder hatten wir Freude an dem hinterhältigen Rapsfeld und es bestätigte sich die alte Weisheit, dass sich jeder Trail anders fährt, wenn man ihn rückwärts in Angriff nimmt.

Die übervölkerte Uferpromenade in Strande mieden wir diesmal gänzlich. Eine Vollbremsung von Felix und mir ließ sich aber auch auf der Straße nicht vermeiden, als ein gedankenloser Herr, der lieber auf die Förde starrte als seine Umgebung zuwürdigen, Felix unmittelbar vors Rad sprang.

Nach diesem Vorfall umfuhren wir die Promenade in Friedrichsort großzügig. Gedankt wurde uns dies mit einsetzendem Regen, einem fast schon beliebten Zustand auf den Sonntagstouren. Auch der Strand von Falkenstein wurde komplett durch den Wald umfahren. Es ging nun ohne Umwege über den Fördewanderweg und die Hochbrücke zur Holtenauer Straße. Da der Regen immer intensiver wurde, regte Gerrit an, sich kurz unterzustellen. Wir steuerten nun den Mopethändler in der Wik an. Doch André konnte uns überzeugen, dass es nicht unbedingt clever sei, sich völlig durchnässt irgendwo unter zustellen und auszukühlen. Nur Dennis und Pierre blieben im Trockenen zurück, wahrscheinlich auch um neue Kräfte zusammeln, denn sie waren seit ca. 4 Wochen das erste Mal wieder mit am Start. Eine Tatsache, die sich fürchterlich rächt, wenn man nicht anderweitig auf dem Drahtesel sitzt.

Zurückgelegt haben wir am 09.06. ca. 66 km mit einem Schnitt von knappen 20 km/h. Die Passagen auf der Straße wurden heuer als Verbindungsetappen verstanden und dementsprechend nicht auf Anschlag gefahren. Im Gelände hingegen hieß es oftmals Kette rechts und durch.

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