11.06.06 3. Bikeschieberei Nordcup Rund am Mittelpunkt per Rad

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Jens

11.06.06 3. Bikeschieberei Nordcup Rund am Mittelpunkt per Rad

Beitragvon Jens » So Jun 11, 2006 15:40

Manuele Mori und Gilberto Simoni

Andreas Klöden und Jan Ullrich

Marco Velo und Alessandro Petacchi

Felix Breske und Jens Schauffert


Felix, Du bist ein echter Kumpel. Danke!


Jens

P.S.: Ich gaube, ich bin noch nie so beschissen (Tschuldigung) gefahren.
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Jens

Beitragvon Jens » So Jun 11, 2006 15:42

Hier noch meine Daten:

Distanz: 208,84 km

Nettofahrzeit: 06:39:49 Std.

Durchschnitt: 31,58 km/h
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Hauke

Beitragvon Hauke » So Jun 11, 2006 20:08

Ich bin wieder da. Husum ist abgehakt und nach diesem genialen Tag heute auch vergessen. Heute habe ich gleich zwei meiner Saisonziele erreicht. – NordCup zu erfüllen (damit habe ich jetzt wohl Anspruch auf ein bestimmt wunderschönes Saunahandtuch) und einen Marathon sub-seven-hours zu fahren.

Spät wie immer erreichte ich noch gerade rechtzeitig den Start und musste mal wieder von hinten zusehen, wie vorne Tempo gemacht wurde. Bereits auf der Brücke L328 sollten es um die 200 Meter sein. Mein Entschluss war jedoch, noch einen Sprung an die vordere Gruppe, in der sich, späteren Gesprächen zufolge, auch Jens und Felix befanden, zu wagen. Nicht registrierend, wie viele Mitfahrer mir folgten, startete ich meinen Angriff. Diesen gab ich jedoch nach 2 km auf. Über das "die schaffen wir nicht mehr" aus dem Feld hinter mir sollte ich später noch sehr froh sein. Am Ende des Verfolgerfeldes von ca. 20 Leuten, in dem der RV Trave besonders stark vertreten war, reihte mich ein. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 35 km/h ging es weiter bis zur ersten Kontrolle in Embühren, an der Felix bereits wartete. Die Geschwindigkeit und die Tatsache, dass wir kurz vor der Verpflegung Jens in unseren Reihen begrüßten, ließen mich befürchten, dass ich mal wieder viel zu schnell losgefahren sein musste.

Bis zur zweiten Kontrolle in Borgdorf ging es in der bekannten Gruppe weiter. Jens und Felix wurden integriert. Die Aussage von Jens, dass er heute bzgl. seiner Knie besonders schlecht drauf sei, beruhigte meine o.g. Befürchtung ein wenig, auch wenn ich ansonsten niemandem einen solchen Ausfall wünsche.

Die nächste Etappe führte uns dann über Dätgen und Langwedel in unser Heimatgebiet. Grevenkrug, Blumenthal, Schierensee und Flintbek gehören für mich zum Standard. Irgendwo zwischen Blumenthal und Rodenbek lichtete sich das Feld ein wenig, konnte aber wieder zusammengeführt werden. Das gleich ereignete sich noch mal am Berg hinter Schönhorst, jetzt allerdings ohne den Erfolg der Wiedervereinigung. Kurz hinter Bissee fuhren jedoch Felix und Jens wieder auf mich auf und begleiteten mich bis zur 1. Wattenbek-Kontrolle, die hauptsächlich mit mir nicht bekannten Vereinskameraden besetzt war.

Zu viert – es hatte sich noch ein Unbekannter zu uns gesellt – ging es weiter in Richtung Schmalensee, wo die Warmverpflegung auf uns wartete. Anfangs ging es mir nicht schnell genug, und ich war ständig kurz davor, der Versuchung eines Alleingangs zu erliegen. Später zeigten sich dann aber doch einige Müdigkeitserscheinungen, so dass auch ich dankbar war, dass Felix es sich nicht nehmen ließ, das Tempo zu machen.

Da ich mich in Schmalensee nicht losreißen konnte, verlor ich meine bisherigen Begleiter und fuhr zunächst alleine weiter, um nach ca. 10 km von der in Schönhorst verlorenen Gruppe aufgenommen zu werden. Die moralische Unterstützung und der Windschatten dieser Gruppe erweckten meine scheidenden Lebensgeister. Im weiteren Bikeschieb über die 2. Wattenbek-Kontrolle, Krog- und Timmaspe und Gnutz ließ ich mich bis ins Ziel nicht mehr abhängen.

Das war vermutlich die beste Tour meiner Radfahrer-Laufbahn. – Äh, (1.) ich glaube dieser Superlativ ist angebracht, aber (2.) darf man bei Radfahrern eigentlich Laufbahn sagen, oder muß es Fahrbahn heißen? ;-)

Mein besonderer Dank gilt den Mitfahrern aus Bad Oldesloe, die aus meiner Sicht für den guten Zusammenhalt in der Gruppe verantwortlich zeichneten. Weiterhin ist auch den Organisatoren für einen perfekten Bikeschieb zu danken. - Abgesehen davon, dass ich im Ziel kein Bier mehr bekommen habe.
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Zuletzt geändert von Hauke am Do Aug 10, 2006 09:11, insgesamt 1-mal geändert.

Jens

Beitragvon Jens » Do Jun 15, 2006 09:10

Bei keinem anderen Nordcup war die Mission klarer als bei dem 4. Diesmal waren wir zu zweit und wollten alles geben. Felix wollte als mein Anfahrer fungieren und mit mir quasi über den Kurs pflügen. Das war der Plan und ich dachte, nach meinen diesjährigen Erfahrungen aus Oeversee und Husum sei er durchaus realistisch. Leider habe ich mich derbe getäuscht.

Pünktlich um 6 Uhr stand ich bei Felix auf der Matte und wir luden das Material in den Ford. Hier passierte bereits der erste Fehler, denn Felix vergaß seine Radbrille. Natürlich bemerkten wir dies erst in Nortorf.

Um 7.30 Uhr war denn auch schon der Start und die noch wilde Jagd konnte beginnen. Plangemäß fuhren wir schön weit vorn mit. Das Tempo empfand ich bereits nach lausigen 6 Kilometern als recht derbe. An der Spitze waren die Fahrer aus Büddelsdorf recht stark vertreten und zogen mächtig am Horn. Das war ja auch alles in unserem Sinne. Felix fuhr gut zwei Reihen vor mir und als ich in einem Kraftakt endlich meinen Vordermann, den ich irgendwie nicht vor mir haben wollte, überholt hatte, war kurzzeitig alles im Lot. Der Kurs wurde kurviger und die ersten Abzweigungen kamen. Vorn wurde nun mächtig nach jeder Richtungsänderung angetreten. Es kam wie es kommen musste. Ein Loch riss auf und ich war in Gruppe 2, während Felix schön in Gruppe 1 war. Da kein anderer Dummer zugegen war fuhr ich das Loch zu. Der zweite Kraftakt bei diesem Marathon. Wenige Meter später kam die erste nicht mal nennenswerte Steigung und raubte mir die letzte Kraft. Ich dachte ich stehe. So fiel ich also aus der Gruppe und konnte nicht mal um Hilfe schreien. Ok, mir war auch mehr nach einem Sauerstoffzelt als nach Bewegungen der Stimmbänder zumute. Man stirbt halt leise aber schnell auf dem Rad.

Als ich mich wieder gesammelt hatte, fing das linke Knie an zu schmerzen. Meine Laune sank, denn die komischen Bandagen hatte ich ja brav angelegt. Ich konnte mich aber wieder fangen und fuhr, wie ich fand, auch gar nicht so langsam durch die Gegend. Immer in der Gewissheit, dass Felix ja an der nächsten Kontrolle warten würde. Ich hetzte also durch Schleswig-Holstein und es ging schon besser. Ein Liegeradfahrer passierte mich und dann kam eine Gruppe mit drei Mann, mit denen ich fahren wollte. Allerdings kam auch wieder eine Steigung und nichts ging mehr. Ich dachte bereits ans kleine Blatt, aber so schlimm war es dann doch nicht. Halten konnte ich die Jungs trotzdem nicht.

Wenige Kilometer vor der ersten Versorgung in Embühren fuhr mich eine Gruppe auf, mit der es dann auch klappte. Hier war auch unser Vereinskollege Hauke mit dabei. An der Versorgung war dann auch Felix zu gegen. Ich schüttelte schnell ein paar Hände, ergriff eine Banane und machte mich mit Felix von dannen. Wir tauschten kurz unsere Erlebnisse aus und begruben schließlich unsere Taktik. Felix war klar als erster Fahrer an der Versorgung angekommen. Unterwegs wurde mit mächtigem Druck auf den Pedalen gefahren. Felix berichtete davon, dass die Kollegen aus Büddelsdorf teilweise in Einerreihe gefahren wären. Es ging wohl richtig zu Sache und als Felix letztlich das Tempo nochmals erhöhte, wurden die ersten ganz blass. Sein Schnitt bis zur Kontrolle, die bei km 35,60 war, lag bei satten 38,5 km/h.

Nun sollte es aber beschaulicher voran gehen, denn wir fuhren mein Tempo oder besser das Tempo von dem, was von mir übrig war. Reichlich mit den Nerven zu Fuss war ich am Zetern und Jammern. Es ist auch wirklich doof, wenn man sich etwas vornimmt und es dann so gar nicht gelingen will. Irgendwann spannte sich Felix vor mich und wir radelten über Henstedt, Jevenstedt, Bokel-Bahnhof, Ellerdorf zur Kontrolle nach Borgdorf bei Kilometer 72,80. Mein rechtes Knie fing auch an zu stechen und ich war wirklich nicht in meinem Element. Die Kontrolle war, wie nicht anders bei einem von Bernd Schmidt organisierten Marathon, perfekt ausgestattet.

Langsam ging es nun in bekanntes Gebiet. Über Dätgen und Grevenkrug erreichten wir Blumenthal und tauchten in unser eigenes Trainingsgebiet ein. Unglaublich wie nahe wir Kiel waren. Der Gedanke, die Waffen zu strecken, kam mir nicht nur ein Mal. Es war für mich unerträglich heiß und die Hügel um Schierensee, Annenhof und Rumohr waren um ein Vielfaches höher als sonst. In Flintbek nahm ich schließlich an, die Welt sei gegen mich. Es lief so was von überhaupt nicht, es war einfach unglaublich. Schön waren allerdings die zahlreichen Oldtimer, die uns auf dieser Strecke entgegen kamen. Ob wir allerdings in einer Gruppe mit anderen Fahrern waren, kann ich nicht mehr sagen. Felix machte jedenfalls die Pace und ich war froh, wenigstens im Flachen hinterher rollen zu können. Kurz vor Bissee hielt ich die Hitze kaum noch aus, ich genoss jeden Jota Schatten und jede noch so kleine Walddurchfahrt. Schließlich nahm ich kurz den Helm ab und trennte mich von meinem Kopftuch. Eine kluge Entscheidung, den nun war die Belüftung um ein Vielfaches besser.

Wir erreichten die Kontrolle in Wattenbek bei km 116,00 und durften erst mal diverse Hände schütteln. Hätte ich es nicht besser gewusst hätte ich gesagt, die RG-Kiel richtet diese Veranstaltung aus. Überall wuselten fleißige Helfer aus der Radwanderabteilung herum und schmissen die Kontrolle. Vor lauter Gesprächen und kühler Cola hätten wir fast das Abstempeln der Kontrollkarten vergessen. Zum Abschied gab es noch lauwarmes Wasser für meinen Trinkrucksack, der bereits leer war.

Wir durchfuhren nun Negenharrie, den Ort meines Abi-Balls vor gut und gern 12 Jahren. Die Kneipe gibt es also immer noch. Eigentlich hätte ich gedacht, nach dem Ball hätte der Wirt seine Konzession zurück gegeben. So kann man sich irren. Brauner Hirsch(kein Scherz), Hollenbek, Laaken, Gönnebek, Börnhöved, Tarbek und endlich die Warmverpflegung in Schmalensee. Hier wurde bei kalter Cola viel Leckeres geboten und ich fand etwas Zeit, um runter zu kommen. Hunger hatte ich leider nicht und so gingen die Hälfte der köstlichen Nudeln wieder zurück. Mein Pulsmesser zeigte immer noch lustige Werte an. Es war einfach nicht mein Tag.

Kurz nach der Verpflegung mussten wir noch mal rechts ran. Ich weiß zwar nicht wie, aber ich hatte einen Stein im Schuh. Die Hitze wurde für mich immer schlimmer. Ich meine, so ab Kilometer 155 fing ich dann mit regelmäßigen Duschen aus der Trinkflasche an. Ich empfand es als ungemein erfrischend und das Zeug roch ganz nett nach Himbeere. Leider klebte es auch wie Sau, aber das war zu diesem Zeitpunkt egal. Nach Wankendorf, Schönhagen, Gr. Buchwald folgten schließlich wieder die Hügel bei Bissee und es lief wieder mal so richtig gar nicht.

Bei Km 180.90 waren wir wieder in Wattenbek. Noch immer war alles fest in der Hand der RG-Kiel. Nach dem ich mich aus den Kniebandagen gepellt hatte und wieder Luft an meine Beine kam, fuhren wir weiter. Diese letzten Kilometer waren noch mal richtig ätzend. Ich bekam kaum die Kurbel über ihren Todpunkt gewuchtet und war reichlich angenervt. Aus meiner Sicht zog sich dieser Marathon extrem dahin. Nach Bordesholm, Schmalstede, vielen vielen kleinen Steigungen und viel Gejammer meinerseits erreichten wir Krogaspe, Timmaspe und endlich, endlich das Ziel in Nortorf.

Ich saß nun stumpf auf der Wiese, während Felix den Wagen belud. Ohne viele Worte machten wir uns auf dem Heimweg.

Erkenntnisse:
Ich fahre lieber, wenn es kalt ist und es war nicht mein Tag.

Dieser Marathon lohnt sich, denn Strecke und Organisation sind toll.

Im nächsten Jahr wird alles besser (für mich).

Jens

P.S.: Gefahren bin ich die 208,84 Kilometer in 6:39:55 Stunden.

P.S.II.:Eigentlich gar nicht so schlecht.


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